Nimm dir einen Moment Zeit, lass die Gedanken und Geschichten wirken und spüre, was sie in dir auslösen.

Jeder Mensch möchte glücklich sein IKlaus Leider

Vorsätze

Ein Mann sagt zu seinem Freund:
„Ab morgen ändere ich alles.“
Der Freund schmunzelt.
„Was genau?“
Er überlegt kurz und sagt:
„Das entscheide ich morgen.“
Am nächsten Tag treffen sie sich wieder.
Der Freund fragt:
„Und? Hast du angefangen?“
Der Mann, ganz überrascht von der Frage, sagt:
„Nein, noch nicht, aber ich habe es mir fest vorgenommen.“

Welchen Vorsatz verschiebst du gerade?

 

Jeder Mensch möchte glücklich sein IKlaus Leider

Glück

Gestern hatte ich einen Termin.
Auf dem Weg dorthin las ich einen Satz,
der auf einer Hauswand stand.

„Jeder Mensch möchte glücklich sein.
Nur: Fast keiner von uns ist es auch.“

Versuchen wir nicht alle, das Glück zu finden?
Und trotzdem scheint es uns immer wieder zu entgleiten.

In einem Buch las ich einmal:
„Glück ist wie ein Schmetterling.“

Je mehr wir versuchen, es einzufangen,
desto weiter entfernt es sich.
Was, wenn wir eine falsche Vorstellung
von Glück haben?

Was, wenn wir es ständig im Außen suchen,
weil wir nicht glauben wollen,
dass es in uns selbst zu finden ist.

Manchmal braucht es wirklich nicht viel.
Es reicht schon, den Blick zu verändern.
Sei wie eine Blume, strahle und blühe nur für dich. Gedanke von Klaus Leider

Im Kaffee

Gestern saß ich in einem Café.
Am Nebentisch saßen zwei Menschen.

Beide schauten fast die ganze Zeit auf ihr Handy,
sprachen kein Wort und wirkten sehr beschäftigt.

Irgendwann fragte ich mich:
Schreiben sie sich ständig Nachrichten,
damit sie nicht miteinander sprechen müssen?

Oder hatten sie einfach keine Zeit dafür?

 

 

Ein ängstlicher Mensch ist wie ein Lottospieler: Beide leben ständig in der Zukunft und verpassen dabei die Gegenwart. Impuls von Klaus Leider

Der Bergwanderer

Vor Jahren hatte ich auf der Hütte ein interessantes Erlebnis.
Ich beobachtete einen Wanderer, der immer wieder stehen blieb.
Nicht wegen des Weges.
Mal hob er einen Stein auf, betrachtete ihn und steckte ihn ein.
Mal blieb er vor einer Blume stehen und schaute sie von allen Seiten an.
Mal blickte er in den Himmel und beobachtete fasziniert die Flugkünste der Raben.
Irgendwann zog mich das selbst in seinen Bann.
Und ich begann darüber nachzudenken, wie ich eigentlich wandere.
Ich ging meistens los und hielt erst wieder an, wenn ich mein Ziel erreicht hatte.
Dieser Mensch nahm Dinge wahr, die ich oft übersah.
Und plötzlich fragte ich mich:
Wer von uns beiden war eigentlich unterwegs?
Derjenige, der schneller am Ziel war?
Oder derjenige, der den Weg wirklich erlebt hat?
Viele Menschen leben gedanklich deutlich mehr  in der Zukunft  als im Moment. Gedanke von Klaus Leider

Getrieben sein

Bei einem Gespräch vor Kurzem erzählte mir eine Frau von ihrem Alltag.

Termine.
Projekte.
Ständig unterwegs.

Ganz nebenbei erwähnte sie:
„Ich habe immer geglaubt,
ich müsste schneller sein als die anderen."

Schneller arbeiten.
Schneller entscheiden.
Schneller weiterkommen.
Und lange Zeit dachte sie,
genau das wäre der richtige Weg.

Bis ihr irgendwann klar wurde,
dass Schnelligkeit nicht automatisch bedeutet,
wirklich weiter zu sein.

Denn obwohl sie ständig unterwegs war,
hatte sie innerlich oft das Gefühl,
auf der Stelle zu treten.
Wer alles kontrollieren will, verliert am Ende selbst die Kontrolle. Impuls von Klaus Leider

Ein schöner Tag

Vor Kurzem las ich einen Satz in einem Buch.
Diese Aussage hat mich nachdenklich gestimmt.

„Wir leben in einer Zukunftskultur; morgen werde ich leben.“

Wir verschieben das Leben erstaunlich oft.
Wenn ich mehr Zeit habe.
Wenn die Kinder größer sind.
Wenn das Haus fertig ist.
Wenn ich in Pension bin.
Dann werde ich leben.

Doch irgendwann fragte ich mich:
„Was ist, wenn wir nie gelernt haben zu leben?“

Vielleicht ist genau heute der Tag,
an dem wir anfangen sollten,
das Leben nicht auf morgen zu verschieben,
sondern jetzt damit zu beginnen.
Ein ängstlicher Mensch ist wie ein Lottospieler: Beide leben ständig in der Zukunft und verpassen dabei die Gegenwart. Impuls von Klaus Leider

Leicht wie ein Luftballon

Vor ein paar Tagen sah ich einen Luftballon,
der an einer Schnur befestigt war.

Er wollte nach oben.

Aber die Schnur hielt ihn fest.
Dabei kam mir dieser Gedanke:
Was, wenn das Leben wie ein Luftballon sein könnte?

Sind nicht wir es selbst,
die sich das Leben unnötig schwer machen?
Wir versuchen viel zu oft,
an etwas festzuhalten.
An Personen.
An Vorstellungen.
An Plänen.
An Dingen.

Ein Luftballon kann nur steigen,
wenn wenig Gewicht an ihm hängt.

Es geht nicht immer darum,
noch mehr aufzuladen:
mehr Ziele,
mehr Besitz,
mehr Erwartungen,
oder was sonst noch.

Viel öfter müssen wir uns fragen,
was wir loslassen können.
Eine Angst.
Eine Enttäuschung.

Den Druck, es allen recht machen zu müssen.
Die Vorstellung, dem Außen gerecht zu werden.

Ist nicht gerade das die eigentliche Kunst des Lebens?
Nicht immer mehr zu wollen, sondern leichter zu werden.

Leichtigkeit ist ein schönes Gefühl.

Vielleicht sollten wir viel öfter versuchen,
sie in unser Leben zu bringen.
Viele Menschen leben gedanklich deutlich mehr  in der Zukunft  als im Moment. Gedanke von Klaus Leider

Perfektion

Was passiert, wenn du diesen Satz liest?

„Perfektion ist wie eine Gießkanne mit Löchern.“

Spiegelt er etwas in dir wieder?
Oder lässt er dich völlig kalt?

Ich habe eine Weile darüber nachgedacht.
Wie oft erwischen wir uns dabei,
alles perfekt machen zu wollen.

Perfekt zu arbeiten.
Perfekt auszusehen.
Perfekt zu funktionieren.

Und trotzdem überkommt uns immer wieder das Gefühl,
es reicht noch nicht.

Hier noch etwas verändern.
Dort noch etwas verbessern.

Mir gefällt dieses Bild.
Eine Gießkanne voller Löcher.
Egal, wie viel wir hineingeben,
es scheint nie genug zu sein.

Vielleicht zählt am Ende
etwas ganz anderes.
Nicht perfekt zu leben.

Sondern echt.
Mit Ecken.
Mit Fehlern.
Und es auch einmal gut genug sein zu lassen.
Wer alles kontrollieren will, verliert am Ende selbst die Kontrolle. Impuls von Klaus Leider

Sackgasse

Letzte Woche wollte ich einen alten Freund besuchen.

Ich war schon lange nicht mehr bei ihm gewesen.
Trotzdem war ich überzeugt, den Weg noch zu kennen.

Nach wenigen Minuten bog ich ab.
Mit voller Überzeugung.

Ein paar hundert Meter später war Schluss. Sackgasse.
Ich hatte mich nicht verfahren. Ich war einfach zu früh abgebogen.
Während ich das Auto wendete, musste ich schmunzeln.

Wie oft passiert uns das eigentlich auch im Leben?

Nicht, weil wir den falschen Weg gewählt haben.
Wohl eher, weil wir überzeugt sind zu wissen, wohin er führt.

Manchmal gelangen wir deshalb in eine Sackgasse und merken erst irgendwann: Hier geht es nicht weiter.

Genau dann sind wir aufgefordert, innezuhalten und unseren Blick zu verändern.

Eine Sackgasse ist selten das Ende eines Weges.
Sie erinnert uns daran, dass Umkehren kein Scheitern ist,
sondern der richtige und mutige Schritt nach vorn. 

Manchmal braucht es mehr als einen Gedanken,
um wirklich etwas zu verändern.